Archiv Freie Wähler-ÜP Kempten

10.11.11 Bericht des Beauftragten für Wirtschaftsfragen, Allgäuer Festwoche und Tourismus

Stadtrat Herbert Karg (Freie Wähler)


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
werte Kolleginnen und Kollegen !

lt. Geschäftsordnung des Stadtrates Kempten haben die bestellten Beauftragten das Recht, dem Stadtrat einen Bericht über ihre Tätigkeit zu geben. Andererseits kann der Stadtrat diese Berichte verlangen. Zu Beginn meiner Tätigkeit als Beauftragter habe ich mir vorgenommen, diesen Bericht etwa zur Halbzeit der Stadtrats-Periode abzugeben, so dass die Forderung des Kollegen Hitscherich dazu nicht notwendig war.
Durch die Erweiterung des Aufgabengebietes auf den Bereich Tourismus, was in meinen Augen durch die Aufteilung von KTV auf zwei Geschäftsbereiche sinnvoll erschien, äußerte die Kollegin Groll die Bedenken, ob dies nicht zuviel Arbeit wäre.
Ich kann heute sagen, dass dies meiner Ansicht nach  n i c h t der Fall ist, sondern die Aufgabe macht mir nach wie vor viel Freude. Lassen Sie mich deshalb  nun meinen Bericht in die Bereiche „Wirtschaftsfragen“,“Tourismus“ und „Allgäuer Festwoche“ gliedern:

Wirtschaftsfragen

Hier gestaltete sich die Zusammenarbeit anfangs mit dem Amtsleiter etwas holperig, dies hat sich dann aber relativ schnell wesentlich gebessert. Ich habe mich mit Herrn Dr. Schießl regelmäßig zu Gesprächen zusammengesetzt. Bei zahlreichen Geschäftseröffnungen, Erweiterungen usw. habe ich die Stadt Kempten im Auftrag des Oberbürgermeisters vertreten. In der Lenkungsgruppe „Mühlbach-Quartier war ich von Anfang an als Vertreter des Stadtrates mit dabei. Diese Lenkungsgruppe besteht weiterhin, auch wenn mit der Neugestaltung der Gerberstraße die Stadt die Rahmenbedingungen geschaffen hat. Weitere Aufgaben, wie Neugestaltung Brandstatt, Gerberstraße bis hin zur Illerstraße müssen aber folgen. Ebenso die Neu- bzw. Umgestaltung am Pfeilergraben, also dem „Eingangstor“ zum Mühlbachquartier.
Auf der anderen Seite müssen die Geschäftsinhaber und Hausbesitzer natürlich durch Aktionen und Renovierungen usw. zur Belebung des Mühlbachquartiers beitragen. Wer heute mit offenen Augen durch de Gerberstraße geht, sieht eine deutliche Veränderung und Belebung. Hier sind neue Geschäfte entstanden, eigenständige Aktionen haben im Norden der Innenstadt bereits große Wirkung gezeigt. Ich bin überzeugt, dass wir hier auf dem richtigen Wege sind.

Ein Thema wird uns alle sicherlich in nächster Zeit viel beschäftigen: Was passiert mit dem sog. „Künstlerhaus“ ?
Ich habe in diesem Zusammenhang schon Gespräche zwischen Kaufinteres-senten und der Stadtverwaltung vermittelt. Es gilt hier, alle Gesichtspunkte sorgfältig abzuwägen und dann eine Lösung zu finden, die an dieser exponierten Stelle notwendig ist.

Durch die Strukturänderung in der Verwaltung (Ernennung des Herrn Dr. Schießl zum Referenten) folgte Frau Lazar als Amtsleiterin. Schon in den vergangenen Jahren bestand eine gute Zusammenarbeit zwischen Frau Lazar und mir, dies wird sicherlich auch zukünftig so sein. Wir haben für den Monat November bereits ein erstes Gespräch, dann zusammen mit dem neuen stellvertretenden Amts-Leiter, vereinbart.

Tourismus

Mit der Gründung des Eigenbetriebes KTV hat sich ergeben, dass es hier zwei Geschäftsbereiche mit zwei Geschäftsführern gibt. Dies ist, meine ich, überaus sinnvoll und zielführend, um z. B. im Bereich Tourismus bisher nicht oder nur unzureichend bearbeitete Bereiche zu intensivieren. Mit der Erstellung des Tourismuskonzeptes wurde der Rahmenplan für die nächsten Jahre geschaffen. Hier haben ja auch weitere Mitglieder des Stadtrates mitgewirkt. Zur Fortschreibung und Bearbeitung des Tourismuskonzeptes wurde ein touristischer Arbeitskreis gebildet, in welchem ich den Stadtrat vertrete. Dieser Arbeitskreis trifft sich regelmäßig, also ca. 4-mal im Jahr.

Bedingt durch die Auflösung des Vereins Kempten Regio Tourismus e.V. zum Ende dieses Jahres gehen die Aufgaben dieses Vereins auf KTV, Geschäftsbereich Tourismus, über. Ich sehe hier eine steigende Zahl von Aufgaben für den Geschäftsbereich Tourismus, aber auch für den dann zuständigen Werkausschuß.  Persönlich stellt sich für mich die Frage, ob die bisherigen Mitglieder des Vereins, speziell auch aus dem Umland, die gleichen Bindungen zu KTV wie zum bisherigen Verein haben werden.
Bei der neugegründeten Allgäu GmbH belegt die Stadt Kempten zwei Geschäftsfelder und zwar „Städtetourismus und „Radtourismus“. Aufgabe der Allgäu GmbH ist hauptsächlich die gesamttouristische Vermarktung des Allgäus. Es ist aber durchaus angebracht, die Sonderstellung der Stadt Kempten als Metropole des Allgäus herauszustellen. Dies, davon bin ich überzeugt, geschieht auch durch den Geschäftsführer Tourismus.
Zum Schluß noch einige Zahlen, welche die Entwicklung des Tourismus in unserer Stadt beleuchten:
Im 1. Halbjahr 2011 hatten wir eine Steigerung bei Hotelankünften von 7.4 %. Bei den Übernachtungen eine Steigerung von 6,6%.
Die Anzahl der Stadtführungen Januar bis September 2011 erhöhte sich um 5%. Bei den Stadtführungen sollte aber für die Zukunft das Motto sein: Qualität vor Quantität ! Über eine Neuausrichtung der Stadtführungen wird lt. Herrn Buhmann bereits nachgedacht.
Die Zukunft des Städtetourismus in Kempten sehe ich durch die Neueröffnung von JuFa und des geplanten Hotels an der Big-Box insgesamt sehr positiv.


Allgäuer Festwoche

Wenn man die Entwicklung der Allgäuer Festwoche in den letzten Jahren betrachtet, fällt es einem relativ leicht, von einer Erfolgs-Veranstaltung der Stadt Kempten zu sprechen. Ein bundesweiter Platz 7 unter den Regionalmessen bekräftigt dies !

Es hat sich sehr viel getan:

  • Steigende Besucherzahlen
  • Einführung des neuen Einlaßsystems (dies habe ich in früheren Jahren mehrfach vorgeschlagen, bin aber immer wieder auf Widerstand gestoßen, die Geschäftsführerin Frau Dufner-Wuchner konnte es dann aber innerhalb eines Jahres umsetzen. Entgegen den früheren Aussagen hat sich auch eine nicht unerhebliche Kostensenkung ergeben.)
  • Beibehaltung und Ausweitung der Nachtbusse, hierbei hat die Allgäuer Festwoche ein Alleinstellungsmerkmal
  • Wegfall der Fußgängerbrücken über die Salzstraße, also Kostenersparnis und viel besser behindertengerecht.
  • Teilweise Neuordnung der  Branchen in den Ausstellungshallen
  • Ein neues Festzelt
  • Einheitliches Outfit des Festwochenteams

Dies sind nur einige Beispiele für die ständige Fortentwicklung der Allgäuer Festwoche.
Persönlich bin ich bei der Standvergabe und bei vielen Gesprächen voll mit eingebunden.
Durch den Besuch aller umliegenden Regionalmessen (Ravensburg, Sonthofen, Immenstadt, Kaufbeuren, Marktoberdorf, Dornbirn usw.) informiere ich mich laufend über die Mitbewerber. Ich kann nur bestätigen, die Allgäuer Festwoche lebt, sie entwickelt sich ständig weiter und wir haben eine ungebrochene Nachfrage bei Ausstellern.
Sicherlich sind wir bei der Zahl der Abendbesucher an einer räumlichen Kapazitätsgrenze angekommen. Ein Problem bleibt nach wie vor der Jugendalkoholismus. Durch verstärkte Kontrollen sind aber die Anzahl der Fälle deutlich zurückgegangen.
Wenn Sie täglich die Presseveröffentlichungen verfolgen, wissen Sie, dass dies nicht ein ausschließliches Problem der Festwoche ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema. Aber wir bleiben dran und werden weiterhin  die geeigneten Maßnahmen ergreifen. Aber auch die Veranstaltungen rund um die Festwoche (ca. 400 pro Jahr) wie Residenzhofkonzerte, Ausstellungen, Sporttag usw. machen die Allgäuer Festwoche zu  d e m  Ereignis in der Region.
Dies alles ist nur dann möglich, wenn ein engagiertes Team hinter der Veranstaltung steht: deshalb im Besonderen mein Dank an Frau Dufner-Wuchner mit dem gesamten Team, dem Oberbürgermeister und den Kolleginnen und Kollegen im Werkausschuß und allen, die mich bei meiner Arbeit unterstützen.
Ich habe der Allgäuer Festwoche dieses Jahr einen eigenen Festwochenmarsch gestiftet. Die CD mit dem Marsch „Auf geht’s zur Festwoche“ habe ich als persönliches Geschenk bereits an Ihren Platz gelegt.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

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