Mehrweg-Pfandsystem mit umweltfreundlichen Bechern

An den
Oberbürgermeister der Stadt Kempten
Herrn Thomas Kiechle

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Damen vom OB-Büro

Hiermit beantragen ich ein Mehrweg-Pfandsystem mit umweltfreundlichen Bechern in Kempten.

Der morgendliche to-go-Kaffeebecher auf dem Weg zur Arbeit mit heißem frischen Kaffee gehört für Viele einfach dazu. Dies ist ein weltweiter Lifestyle. Geschätzte 320.000 Coffee-to-go-Einwegbecher landen durch diesen Lifestyle jede einzelne Stunde, 2,8 Mrd. im Jahr, deutschlandweit im Müll. Auch Kempten ist von diesen neuen, zusätzlichen, großen Abfallmengen betroffen, von denen viele in den öffentlichen Abfallbehältern oder auch im öffentlichen Grün entsorgt werden. Die Becher sind nicht recyclebar, da die verwendeten Materialien vor allem aus Polystyrol oder aus fest miteinander verschweißter Pappe mit Kunststoff bestehen. Die Einwegbecher überlasten die Abfallkörbe und belasten in Kempten die allgemeinen Abfallgebühren, da die Entsorgung über die Straßenreinigung, bzw. die Abfallbeiträge von Allen bezahlt werden muss.

 


Insbesondere sollen nach Möglichkeit auch Unternehmen, Cafés und Bäckereien, die Getränke in Einwegbechern verkaufen, zur Mitarbeit aufgefordert werden. Vorbild könnte die Stadt Freiburg sein, in der das Mehrwegkonzept „FreiburgCup“ entwickelt wurde. In 16 Cafés und Backshops in der Innenstadt zahlen die Kunden 1 Euro für ihren Kaffeebecher, den sie anschließend im gleichen oder in einem teilnehmenden Geschäft abgeben können. Die Becher sind aus Kunststoff und können bis zu 400 Mal gespült werden. Die Einführung von Pfand- Bechern in anderen Städten wie Rosenheim oder Freiburg kommt sehr positiv an.

Deshalb beantrage ich eine städtische Initiative zur Einführung eines Mehrweg-Pfandsystems in Kempten. Dazu soll die Verwaltung beauftragt werden, hierzu - gegebenenfalls unter Mitwirkung und in Absprache mit dem City-Management Kempten - ein Konzept zu entwickeln und dieses in der Sitzung des Umweltausschusses am 1.2.2017 vorzustellen.

Diesen Antrag bitte ich in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz am Mittwoch 14.12.2016 unter TO 2: Einweggeschirr im Stadtgebiet mit zu beraten.

Klaus Knoll