Verkehrs- und Parksituation in der Stiftsstadt

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

liebe Damen vom OB-Büro,

 

hiermit stellen wir, die Fraktion der Freien Wähler-ÜP im Kemptener Stadtrat zur Verbesserung der Verkehrs- und Parksituation in der Stiftsstadt folgende Anträge:

1. Die gesamte „Prälat-Götz-Straße“ sollte schnellstmöglich zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung nach Süden umgewandelt werden. Diese Einbahnregelung soll demnach von der Einfahrt „Memminger Straße“ bis zur Kreuzung „Landwehrstraße/Memminger Straße“ (= bei der Gaststätte „Sushi-Haus“) gehen.

Um die Erreichbarkeit des Handels und der Wohnräume westlich der „Prälat-Götz-Straße“ zu erhalten, soll gleichzeitig der „Traubenweg“ (= bei der Längsseite des Biergarten der „Gaststätte Fuchs“) ebenfalls zur Einbahnstraße mit Fahrtrichtung nach Westen umgewandelt werden.

Begründung:

Diese Änderung trägt zu einer deutlich klareren Verkehrsführung bei. Dadurch können voraussehbare, schwere Verkehrsunfälle vermieden werden.

Bisher ist die „Prälat-Götz-Straße“ nur zum Teil als Einbahnstraße gekennzeichnet, nämlich von ihrem nördlichen Beginn an der Abzweigung von der „Memminger Straße“ bis zur Einmündung des Bräuhausberges. Die zugelassene Fahrtrichtung ist – wie dies auch in Zukunft sein soll – in südlicher Richtung.

Südlich des Bräuhausberges bzw. der Straße „Mittleres Entenmoos“ kann die „Prälat-Götz-Straße“ in beiden Fahrtrichtungen befahren werden.

Nur ein Verkehrsschild weist auf den Beginn der Einbahnstraße hin. Dies wird von Einheimischen, vor allem aber von ortsfremden KFZ-Lenkern, oft nicht erkannt. Die Folge ist, dass diese Fahrzeuge verkehrswidrig in falscher Fahrtrichtung nach Norden durch die Einbahnstraße zur „Memminger Straße“ fahren. Dies kommt an jedem Kalendertag mehrmals vor. Ich habe das als Pächter der Gaststätte „Meckatzer-Bräu-Engel“ schon dutzendmale persönlich beobachtet. Auch Gäste meines Biergartens berichten nahezu täglich von „Beinah-Unfällen“ durch Geisterfahrer.

Es wundert mich, dass noch kein schwerer Verkehrsunfall passiert ist, nämlich wenn an der Einfahrt „Memminger Straße“ die Fahrzeuge aus beiden Fahrtrichtung frontal zusammenstoßen, da der von Norden kommende PKW nicht erwartet, dass ein anderer PKW aus der Einbahnstraße kommt.

Zudem kann durch diese neue Verkehrsführung auch die unklare und ebenfalls gefährliche Kreuzungssituation in der südlichen Prälat-Götz-Straße und an der Kreuzung der Memminger Straße/Landwehrstraße/Prälat-Götz-Straße entschärft werden. Einerseits erhöht es die Sicherheit im sehr unübersichtlichen Kreuzungsbereich, wenn Autofahrer nicht mehr mit plötzlich auftauchenden Linksabbiegern aus der Memmingerstraße bzw. querenden Autofahrern aus der Landwehrstraße rechnen müssen.

Zum anderen ist immer wieder zu beobachten, dass Autofahrer in der Prälat-Götz-Straße im Vertrauen auf die Einbahnregelung des nördlichen Teils im Südteil nicht mit dem nun plötzlich zugelassenen Gegenverkehr rechnen und die Gegenfahrbahn als Linksabbiegespur in die Memminger Straße oder Landwehrstraße nutzen. Auch hierdurch ergeben sich täglich gefährliche Situationen.

Der Fahrverkehr im südlichen Teil der Prälat-Götz-Straße in Richtung Norden hat keinerlei zwingende Verkehrsbedeutung. Die Zufahrt zum südlichen Straßenteil kann einfach durch die Memminger Straße und den nördlichen Teil der Prälat-Götz-Straße oder noch kürzer über Traubenweg und Mittleres Entenmoos erreicht werden, wenn in diesen beiden Straßen die Fahrtrichtung gedreht wird.

Diese Lösung hätte den Vorteil, dass das verwirrende Hin und Her der Fahrtrichtungen beseitigt wäre und in dem gesamten Bereich die vorgeschriebene Fahrrichtung aufgrund der neuen  Einbahnregelung gegen den Uhrzeigersinn wäre.

Da durch diese Neuregelung gefährliche Verkehrslagen an zwei Punkten relativ einfach ohne größere bauliche Änderungen beseitigt werden können, sollte schnellstmöglich gehandelt werden.

2. Fast jeden Abend kommt es durch Veranstaltungen im Kornhaus, in der Gaststätte zum Stift, im Haus Hochland, im Meckatzer Engel, teils auch in Residenz und St.Lorenz-Basilika im weiteren Umfeld zu einer akuten Parkplatznot. Schon deutlich vor Beginn der Abendveranstaltungen sind im weiteren Umkreis keinerlei Parkplätze mehr verfügbar. Jeder zusätzlich mögliche Parkplatz erleichtert dem Bürger den Besuch von Abendveranstaltungen. Das Potential an Parkplätzen in diesem Bereich sollte daher unbedingt ausgeschöpft werden.

a) Sollte die oben beantragte Einbahnregelung beschlossen werden, könnte die „Prälat-Götz-Straße“ von ihrem nördlichen Beginn an der Abzweigung von der „Memminger Straße“ bis zur ersten Linkskurve verengt werden. Dadurch könnten an der Südseite dieses Straßenstücks Querparkplätze geschaffen werden. Hierdurch können sieben zusätzlich Parkplätze (gegenüber der jetzigen Situation) geschaffen werden, was bei der akuten Parkplatznot in Kempten begrüßenswert wäre.

b) Auf dem Parkplatz nördlich des Marstall-Gebäudes sollen die Wertstoff-Inseln beseitigt werden. Diese Container sind nicht nur ein Schandfleck, sondern völlig unnötig, da inzwischen kaum 100 m entfernt an der Herrenstraße eine adrette Wertstoffinsel eingerichtet ist, die sehr gut erreichbar ist und auch gut angenommen wird. Die Container am Marstall blockieren unnötigerweise 3 (oder 4??) Parkplätze

c) Auf dem Parkplatz nördlich des Marstalls befinden sich 2 Bauhof-Container für den Straßen- und Winterdienst. Auch diese blockieren und zweckentfremden 3 Parkplätze. Hierfür lässt sich ohne weiteres ein anderer Platz abseits der ausgewiesenen Parkplätze finden.

d) Auf dem Parkplatz nördlich des Marstalls sind zwei Parkplätze mit einer Kette abgetrennt und für die Museumsverwaltung reserviert. Zumindest abends werden diese Plätze nur in ganz wenigen Ausnahmefällen genutzt. Dies rechtfertigt nicht, sie ganz der Allgemeinheit zu entziehen. Statt dessen kann die Kette abends geöffnet oder noch einfacher können die Parkplätze nur mit einem Schild „Reserviert für die Museumsverwaltung von 8-18 Uhr“ versehen werden.

Mit diesen Maßnahmen können mit nur geringem Aufwand zusätzliche Parkmöglichkeiten für insgesamt 15 Fahrzeuge geschaffen werden, was angesichts der akuten abendlichen Parkplatznot in diesem Bereich für eine spürbare Entlastung sorgen würde.

Für eine wohlwollende Überprüfung und Weiterleitung an den Verkehrsausschuss des Stadtrats wären wir dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Klaus Knoll

Stadtrat Kempten (Freie Wähler-ÜP Kempten e.V.)

Ausschüsse:

  • Ausschuss für öffentliche Ordnung
  • Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz
  • Konzessionierungsausschuss
  • Verkehrsausschuss
  • Werkausschuss
  • Klimaschutzbeirat

Zur Kenntnis:

  • Fraktion der Freien Wähler/ÜP Kempten
  • Stadt Kempten, Amt für Tiefbau und Verkehr
  • Lokalredaktion der Allgäuer Zeitung, Ressort Kempten
  • Lokalredaktion „Kreisboten-Verlag"